Selbstverständnis und Ziele. Was wir wollen.

Die LAGV versteht sich als Arbeitsgemeinschaft für Väterarbeit in Nordrhein-Westfalen. Sie ist offen für Akteure der Väterarbeit aus allen gesellschaftlichen Bereichen. Die Mitglieder LAGV bekennen sich zur Geschlechtergerechtigkeit und der Wertschätzung von Diversität als Grundprinzip ihrer gemeinsamen Arbeit. In diesem Sinne setzen sie sich dafür ein, dass alle Geschlechter gleichberechtigt im Fokus der politischen und gesellschaftlichen Gestaltung stehen und wenden sie sich gegen jegliche Diskriminierung.

Am Anspruch umfassender gesellschaftlicher Gleichstellung orientiert, wirken sie mit, Väter unabhängig von ihren ethnisch-kulturellen Zugehörigkeiten, von Hautfarbe, Alter, sexueller Orientierung, sozialer Lage und/oder körperlicher bzw. geistiger Beeinträchtigung/Fähigkeit in ihren jeweiligen Entwicklungen von Identitäten und Lebensentwürfen zu unterstützen. Die Arbeit der LAGV geschieht transparent und in einem konstruktiven Dialog.

Daher verständigen sich die Mitglieder der LAGV auf folgende Grundsätze

Gewaltfreie Konfliktlösung

Die LAGV steht für die Überwindung von Gewalt als Instrument der Konfliktlösung insbesondere im häuslichen Kontext. Sie fordert eine nachhaltige systemische Vernetzung von Opferschutz und Präventionsarbeit. Geschlechterstereotype, die einseitige Zuschreibungen bei Opfern und Tätern zementieren, werden aufgedeckt und verändert.

Gesundheit und Selbstsorge

Die LAGV setzt sich für die körperliche, seelische und soziale Gesundheit von Vätern ein und unterstützt sie in ihrer Selbstsorge und sexuellen Verantwortung. Sie tritt bei Politik und Verwaltung, Forschung und Gesundheitswesen dafür ein, die väterspezifische Gesundheit differenziert in den Blick zu nehmen und aktiv zu fördern.

Fürsorglichkeit als Vater

Die LAGV ermutigt und unterstützt Männer, ihre Rolle als fürsorgliche Väter wahrzunehmen und als positive Vorbilder und verlässliche Bezugspersonen für Jungen und Mädchen zur Verfügung zu stehen. Sie tritt für einen nachhaltigen Ausgleich der Interessen von Arbeit und Privatleben ein.

Ressourcenorientierte Förderung

Die LAGV sieht in der ressourcenorientierten Förderung von Vätern in Erziehung, Arbeitswelt, sozialem Engagement, Gesundheit und Bildung eine unverzichtbare Voraussetzung für geschlechtergerechte Verhältnisse in unserer Gesellschaft. Die gleichberechtigte Verteilung von gesellschaftlichen Aufgaben und Tätigkeiten im Produktions- und Reproduktionsbereich ist für die LAGV eine unverzichtbare Voraussetzung für geschlechtergerechte Verhältnisse in unserer Gesellschaft.

Befreiende Rollenperspektiven

Die LAGV trägt aktiv zur Entwicklung vorurteilsfreier, reflektierender, solidarischer und befreiender Rollenperspektiven für Väter bei und vernetzt Akteure aus der Praxis der Männer-, Jungen- und Väterarbeit, der Männer- und Geschlechterforschung sowie der Politik, um gemeinsam an einer Erweiterung der Möglichkeiten von Vätern zu arbeiten.

Auf dieser Grundlage setzen sich die Mitglieder der LAGV insbesondere für die Verwirklichung folgender Ziele ein:

Die Facetten von Vaterschaft sind vielfältig und Väter verändern sich entlang von sozialen Lagen, Lebensphasen und Ereignissen, die sie mit jeweils unterschiedlichen Anforderungen konfrontieren. Die Bedeutung des Vaters darf nicht länger allein aus seiner Funktion als Ernährer der Familie abgeleitet werden. Männer stehen heute vor der Situation, dass sich die traditionellen Geschlechtsrollen allmählich auflösen. Die Aushandlungsprozesse zwischen den beruflichen Erwartungen und Anforderungen einerseits und den Ansprüchen der Familie andererseits sind zu einer individuellen Herausforderung geworden. Männer sind bereit, der sozialen Funktion des Vaters Vorrang vor der Ernährerfunktion einzuräumen. Es ist daher wichtig, Väter zu ermutigen, ihren Wunsch, sich stärker für die Belange der Kinder und der Familie zu engagieren, auch zu verwirklichen. Dies wird eher gelingen, wenn Vaterschaft nicht (mehr) als eine Kopie von Mütterlichkeit betrachtet wird.

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