Gleiche Rechte für Väter von Trennungskindern

8.7.2021
16 bis 17:30 Uhr
Online per Zoom

Beim dritten Werkstattgespräch der LAG Väterarbeit geht es um die Wahrnehmung elterlicher Verantwortung nach Trennung und Scheidung. Während hierzulande bei diesem Thema ein Reformstau besteht, die Ankündigung der ehemaligen Familienministerin Giffey im März 2019, den Grundsatz ‚einer betreut und einer bezahlt‘ aufzuheben und Vätern von Trennungskindern mehr Rechte einzuräumen, ignorierte sie die Vorschläge einer von ihr eingerichteten Expert:innenkommission und die bereits lange überfällige Reform des Unterhalts- und Sorgerechts wurde bereits vor ihrem Rücktritt wieder einmal in die nächste Legislaturperiode verschoben.

Ein Lichtblick bei diesem Thema sind die Vorschläge, die die Kommission im 9. Familienbericht formuliert hat. Bei der Präsentation der Ergebnisse wurde vorgeschlagen, im Rahmen eines Modellversuchs verbindliche Elternvereinbarungen (inklusive Unterhalt und Betreuungsmodell) für Paare mit minderjährigen Kindern zu etablieren sowie Beratungsangebote ausbauen für Eltern und Kinder mit multi-professioneller Teams auszubauen.

Wie dies in der Praxis aussehen kann hat Frau Prof*in Christine Schnor dargelegt, sie wird ihre ‚Empfehlungen zum Wechselmodell aus belgischer Sicht‘ am 8. Juli vorstellen

Frau Schnor lebt in Belgien und lehrt am demografisches Forschungszentrum DEMO der UC in Louvain. In ihrer Dissertation konnte sie mit einer in der Wissenschaft und in der Gesellschaft weit verbreiteten Fehleinschätzung aufräumen, nämlich dass das Trennungsrisiko bei unverheirateten Paaren grundsätzlich größer ist als bei Paaren, die sich getraut haben. Sie fand heraus, dass sich ost- und westdeutsche Eltern in ihrer Beziehungsstabilität nicht unterscheiden, trotz ihres unterschiedlichen Kontextes. Zudem konnte sie aufzeigen, dass nichteheliche Lebensgemeinschaften mit Kindern in Ostdeutschland stabiler sind als in Westdeutschland. Dies führt Christine Schnor im Wesentlichen darauf zurück, dass nichteheliche Lebensgemeinschaften in Ostdeutschland eine größere Verbreitung haben als in Westdeutschland und diese Lebensformen sozial akzeptierter ist.

Hier können Sie sich zu dem Werkstattgespräch am 8. Juli, von 16 bis 17:30 Uhr, anmelden.

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