Equal Pay, über den Tag hinaus – Faire Bezahlung nutzt Müttern und Vätern

Traditionelle Vorstellungen typischer Erwerbsbiografien von Männern und Frauen, klassische Rollenaufteilungen innerhalb von Familien zwischen Müttern und Vätern sowie unzureichende Betreuungsangebote sorgen nach wie vor für fortdauernde Ungleichheiten bei der Entlohnung. Daran wird nicht nur am heutigen ‚Equal Pay Day‘ hingewiesen.

Ziel der Landesarbeitsgemeinschaft Väterarbeit ist es, eine gleiche und faire Bezahlung für alle beruflichen Tätigkeiten und eine gerechte Aufteilung der unbezahlten Arbeit in Familien zu erreichen. Dafür braucht es wirksame Rahmenbedingungen, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf vereinfachen und Anreize für eine gleichberechtigte Aufteilung der Familienarbeit setzen.

Ebenso wichtig sind, so der Vorsitzende der LAG Hans-Georg Nelles „sind jedoch Erlebnisräume für Väter, in denen sie sich als pflegende Männer erleben und geschlechterstereotype Zuschreibungen überwinden können. Und zwar vom ersten Tag an, die Freistellung für Väter in den ersten 14 Tagen nach der Geburt, wie sie von der EU in der ‚Vereinbarkeitsrichtlinie gefordert wird, ist da eine sehr wirksame Maßnahme.“

Die vergangenen 12 Monate Corona-Pandemie haben gezeigt, dass Väter ihre Erwerbsarbeitszeiten reduziert haben und sich in einem bislang nie beobachteten Maße an Kinderbetreuung, Homeschooling und anderen familiären Aufgaben beteiligt haben. „Die Väter“, so Nelles „haben Erfahrungen gemacht und Beziehungen zu ihren Kindern ausgebaut. Diese Erlebnisse haben das Potenzial, Einstellungen und Wünsche in Bezug auf die weitere Gestaltung des Lebens und die Aufteilung von Erwerbs- und Care-Arbeit nachhaltig zu verändern.“

Es wird also darauf ankommen, nach dem Ende der Pandemie nicht einfach zur ‚alten‘ Normalität zurückzukehren, so sehr wir uns danach sehnen, sondern politische Konsequenzen zu ziehen und auch den Gestaltungsrahmen von Erwerbsarbeit zu verändern.

Digitalisierung und Flexibilisierung von Arbeit können zu einer entscheidenden Stellschraube dafür werden, Rollenbilder und Erwerbsbiografien flexibler zu gestalten und stereotype Zuschreibungen zu verflüssigen.

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